Psychologie · 07. Apr. 2026 · 19 Min.

Emotional Flooding – Wenn deine Gefühle dich überrollen

Du stehst in der Küche, eigentlich ist alles friedlich, doch eine harmlose Frage deines Partners lässt die Hitze in deinen Nacken steigen. Dein Kiefer mahlt, die Stimme wird unkontrolliert laut und innerlich schreist du auf, weil dir gerade alles zu viel wird. In solchen Momenten bist du kein schwieriger Mensch, sondern dein Körper befindet sich mitten in einem physiologischen Ausnahmezustand, gegen den dein logischer Verstand absolut machtlos ist. Du erfährst heute, wie der berühmte Beziehungsforscher Dr. John Gottman in seinem Love Lab entdeckte, dass wir innerlich psychisch ertrinken können, während wir äußerlich wie versteinert wirken. Du erkennst, warum dein Gehirn ab einer Herzfrequenz von 100 Schlägen pro Minute die Empathie einfach ausschaltet und dein präfrontaler Kortex komplett offline geht. Du lernst die 20-Minuten-Zäsur als dein entscheidendes Tool kennen, um die Stresshormone Cortisol und Adrenalin effektiv abzubauen und dein Nervensystem gezielt wieder in den Ruhemodus zu steuern. Diese emotionale Überflutung ist nachts besonders tückisch, da dein Körper im Bett nicht zwischen einer realen Bedrohung und einer schmerzhaften Erinnerung unterscheiden kann. Das Grübeln reaktiviert deine Stressachse, erhöht den Muskeltonus und macht den Übergang in den erholsamen Parasympathikus physikalisch unmöglich. Heute Abend verstehst du diese biologischen Zusammenhänge, lässt den inneren Tsunami hinter dir und findest durch die anschließenden beruhigenden Bilder endlich in den tiefen, verdienten Schlaf.

Ähnliche Folgen

Weiterhören in derselben Reihe.

Archiv öffnen