TRAUMLEBEN · 19. Apr. 2026 · 17 Min.

Vincent van Gogh – Wenn die gelbe Kerze leise flackert

Du sitzt am hölzernen Tisch einer kleinen Kammer unter dem Dach, während das sanfte Licht einer einzigen Kerze über eine Schale mit Zwiebeln und deinen Tabak streicht. Der Duft von frischer Ölfarbe und Terpentin hängt schwer und beruhigend im Raum, vermischt mit dem fernen Aroma von feuchter Erde aus dem Garten deiner Kindheit. Draußen in der Dunkelheit von Auvers ruhen die Weizenfelder unter einem weiten Sternenzelt, und nur das leise Kratzen deiner Feder auf dem Papier unterbricht die tiefe Stille der Nacht. In diesem Kokon aus Schatten und warmem Schein findest du die Ruhe, die dir der Tag oft verwehrt hat. In dieser Reise begleitest du Vincent von den sonnigen Sandburgen im Pfarrgarten von Zundert bis hin zum goldenen Licht des Südens in Arles. Du spürst die Wärme des Gaslichts auf deiner Haut und hörst das ferne Läuten der Kirchenglocken, die dich sanft in den Feierabend begleiten. Es ist eine Erzählung über das Ankommen in der Stille, über die Farben der Dämmerung und den Frieden, der einkehrt, wenn die Pinsel gereinigt sind und das Herz zur Ruhe kommen darf. Hier wartet nichts mehr von dir, außer dass du dich dem Rhythmus der ruhigen Atemzüge und dem sanften Schein des Mondes hingibst. Lass dich nun in die weichen Kissen sinken und schließe deine Augen, während das Bild der Zypressen im Wind langsam vor deinem inneren Auge verblasst. Du darfst alles loslassen und dich von den warmen Farben eines gelebten Lebens in den Schlaf tragen lassen. Atme den Duft des Sommers ein, lausche dem leisen Knarren der alten Holzdiele und finde deine wohlverdiente Ruhe in diesem friedlichen Moment der Geborgenheit. Gute Nacht und träum schön von den Sternen über dem Feld.

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