Weltreise · 12. Apr. 2026 · 19 Min.

Schwarzwald – Wenn der Harz nach dem Regen duftet

Du stehst barfuß auf dem weichen Waldboden des Hochschwarzwalds und spürst wie das kühle Moos zwischen deinen Zehen nachgibt während die Luft noch schwer vom gerade abgeklungenen Sommergewitter ist. An deinen Handflächen klebt der warme zähe Harz der alten Tannen der hier oben noch eine halbe Stunde länger in der Nase hängen bleibt als der Regen selbst. Es beginnt dieses ganz besondere Knistern wenn die letzten dicken Tropfen von den Nadeln auf den Boden zerplatzen und du fühlst dich plötzlich wieder wie das Kind das damals über dieselben Pfade lief und den Moment für ewig festhalten wollte. Dich erwartet ein Tag der mit dem Duft von frischem Bauernbrot und süß-säuerlichem Heidelbeeren-Gsälz beginnt während die ersten Rehe leise durch das knisternde Unterholz ziehen. Du folgst den goldenen Lichtflecken die durch die dichten Kronen auf den Boden wandern und spürst die kühle Feuchtigkeit an einer moosigen Bachbiegung im Tal. Wenn der Abend kommt und sich das Fleisch einer zarten Forelle fast von selbst von der Gräte löst kehrt eine tiefe Ruhe in die alten Holzhäuser ein. Die Grillen übernehmen das Zepter in den Wiesen und das ferne Rufen einer Waldkauz-Eule wird zum gleichmäßigen Puls der dich sicher in den Schlaf begleitet. Lass dich fallen in die schwarzen Silhouetten der Tannenforeste und spüre wie sich die kühle Nachtluft wie eine schützende Decke über deine Haut legt. Hier im tiefen Inneren des Waldes wo der Geruch von Harz und Torf fast greifbar wird findet dein Atem seinen ganz eigenen Rhythmus. Schließe deine Augen und lausche dem leisen Rascheln des Dachses im Unterholz während du langsam mit den Riesen des Waldes zur Ruhe kommst.

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